Pferdelexikon S

Sattel: Es gibt verschiedene Arten von Sätteln, die alle einen guten Sitz und einen sicheren Halt für die jeweilige Reitsportdisziplin geben sollen. Bei Dressursätteln ist das Sattelblatt länger und gerader als beim Springsattel; ein Vielseitigkeitssattel ist eine Mischform aus diesen beiden und kann sowohl fürs Springen als auch für die Dressur verwendet werden. Westernsättel haben eine ganz eigene Gurtung und ebenfalls eine ganz eigene Form. Ein Sattel sollte vor dem Kauf anprobiert werden, denn er darf auf dem empfindlichen Pferderücken auf keinen Fall Druckstellen verursachen (-> Satteldruck). Um zu sehen, ob ein Sattel gut passt, gibt es heutzutage sogar Computeranalysen.

Satteldruck: schmerzhafte Druckstellen, die entstehen, wenn ein Sattel nicht passt oder falsch auf dem Pferderücken aufliegt. Die Druckstelle wird dick und das Fell fällt aus. Wenn das Fell wieder nachwächst, ist es meist weiß. Ein Pferd mit Satteldruck darf keinen Sattel aufgelegt bekommen.

Schenkelhilfen: Neben den Zügel- und den Gewichtshilfen gibt es noch die Schenkelhilfen. Der Reiter treibt sein Pferd vorwärts, indem er mit den Unterschenkeln Druck ausübt. Das Bein ist dabei lang und der Unterschenkel liegt etwa am Sattelgurt. Der Reiter lenkt sein Pferd, indem er die Schenkel weiter vor oder weiter zurück nimmt. Beim Angaloppieren und beim Galopp legt der Reiter den äußeren Schenkel etwa eine Handbreit hinter den Sattelgurt.

Schenkelweichen: Das Schenkelweichen ist eine lösende Lektion im Schritt, bei erfahrenen Reitern später auch im Trab. Das Pferd geht schräg, wird dabei aber nicht gebogen, sondern es wird nur der Kopf in die entsprechende Richtung gestellt.

Scheuen:
Wenn ein Pferd vor etwas Angst hat und zögert, daran vorbeizugehen, oder in Panik flieht, nennt man das Scheuen. Die Flucht ist der ureigenste Instinkt der Pferde – deswegen nennt man sie auch Fluchttiere.

Schlaufzügel: Schlaufzügel gehören zu den Hilfszügeln. Der Schlaufzügel verläuft vom Sattelgurt über die Trensenringe und das Genick des Pferdes in die Hand des Reiters. Schlaufzügel können beim Abreiten helfen und es dem Reiter leichter machen, das Pferd durchlässig zu machen. Schlaufzügel und andere Hilfszügel sind aber mit Vorsicht zu genießen, denn schließlich werden sie meistens ins Gebiss des Pferdes eingehakt und eine harte Hand kann dem Pferd somit im Maul sehr wehtun. Wenn sie falsch eingeschnallt werden, können sie außerdem zu einer falschen Körperhaltung und Verkrampfung des Pferdes führen.

Schritt:
Schritt ist die ruhigste und langsamste Gangart. Beim Schritt gibt es keine Sprungphase – das heißt, dass immer mindestens ein Bein auf dem Boden ist. Die Schrittfolge ist hinten links – vorne links – hinten rechts – vorne rechts.

Schwebephase: ein Abschnitt des Bewegungsablaufs im Trab und Galopp. In der Schwebephase hat ein Pferd alle Beine in der Luft.  

Sitz: In der Regel reitet man im Gleichgewichtssitz. Das Gesäß des Reiters ist im Sattel, der Rücken ist gerade, aber nicht  verkrampft. Der Absatz ist der tiefste Punkt des Reiters, und wenn man den Reiter von der Seite aus betrachtet, verläuft durch Absatz, Hüfte und Schulter des Reiters eine Gerade.  Der leichte Sitz oder auch Springsitz wird beim Galopp im Gelände und beim Springen eingesetzt. Dabei ist das Gesäß nicht im Sattel und der Reiter sitzt leicht nach vorne gebeugt, um den Rücken des Pferdes zu entlasten.

Sporen:
Sporen – ein Hilfsmittel, das der Reiter an den Stiefelfersen trägt. Stumpfe Sporen wirken direkt auf das Fell, während Rädchensporen abrollen. Sporen sind nur etwas für erfahrene Reiter, da der Unterschenkel ruhig liegen muss. Sonst ist ein sachgerechter Gebrauch unmöglich.

Stall: Gebäude für die Unterbringung von Pferden, Futtermitteln und Ausrüstung. Der ideale Stall verfügt über große Fensterfronten und eine gute Be- und Entlüftung. Die Boxen in einem Stall sollten für die Pferde so groß sein, dass sie sich entspannt bewegen und hinlegen können. Ebenso sollten sie Kontakt zu ihren Artgenossen aufnehmen können.

Steher: ein Vollblutpferd, das erst auf langen Galoppstrecken sein Können zeigt. Die typischen Distanzen liegen zwischen 2000 und 2400 Metern.

Stute:   das weibliche Pferd.

Steigbügel: Steigbügel sind am Sattel befestigt. Sie sind einerseits natürlich eine praktische Aufsteighilfe, bieten andererseits aber auch besseren Halt im Sattel. Jeder, der schon mal ohne Steigbügel geritten ist und am nächsten Tag vor lauter Muskelkater kaum laufen konnte, weiß, dass das stimmt ;)

Strahl: Der Strahl ist der v-förmige, weiche Teil auf der Unterseite des Hufes und dient als Stoßdämpfer – fängt also die Stöße beim Gehen ab. Da der Strahl viel weicher als der Huf an sich ist, solltest du beim Auskratzen der Hufe aufpassen und nicht so daran herumschaben. Der Strahl ist auch sehr anfällig für Krankheiten. Wenn er zum Beispiel faulig riecht und aussieht, solltest du dringend etwas untrernehmen. Strahlfäule und andere Krankheiten sind kein Spaß. Schließlich soll dein Pferd ja gesund und gut zu Fuß sein.

Stroh:
besteht aus den getrockneten Getreidehalmen von Hafer, Gerste oder Weizen. Stroh ist in der Pferdefütterung nicht wegzudenken. Durch das Stroh wird ein Teil des täglichen Raufutterbedarfs gedeckt. Auch wird Stroh häufig als Einstreumaterial verwendet. Gutes Stroh staubt nicht und ist frei von Verunreinigungen.

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