Pferde-Lexikon G

Galopp : Die schnellste und für das Pferd anstrengendste der drei Grundgangarten. Es ist eine Dreitakt-Gangart, bei der immer zuerst eine Vorderhand auf dem Boden aufsetzt, gefolgt von der zweiten Vorderhand, der ersten und der zweiten Hinterhand. Diesen Bewegungsablauf nennt man auch einen Galoppsprung. Zwischen zwei Galoppsprüngen liegt meist eine kurze Schwebephase, in der kein Huf den Boden berührt. Es gibt im Galopp verschiedene Ausprägungen und Geschwindigkeiten: sie reichen vom versammelten (langsamen) Galopp über den zügigeren Jagdgalopp bis hin zum Renngalopp.

Galoppwechsel: Im Galopp ändert sich die gesamte Fußfolge, sobald man einen Handwechsel vornimmt. Dies wird normalerweise bewerkstelligt, indem man das Pferd aus dem Galopp in den Schritt durchpariert und nach wenigen Schritten mit den entsprechenden Hilfen auf der anderen Hand wieder angaloppieren lässt. Eine Disziplin der höheren Dressur ist aber den fliegende Galoppwechsel, bei dem diese Änderung der Fußfolge innerhalb eines Galoppsprunges stattfindet. Besonders gut trainierte Dressurpferde beherrschen sogar mehrere fliegende Wechsel in aufeinanderfolgenden Galoppsprüngen.

Gamaschen: feste Bein- und Fesselschoner aus Kunststoff oder Leder, die oft vorgeformt sind und sich mit Schnallen oder Klettverschlüssen deutlich schneller anbringen und abnehmen lassen als Bandagen. Außerdem sind sie meist leichter zu reinigen. Pferdebeine müssen besonders beim Transport und beim Springen geschützt werden, wozu häufig entsprechende Gamaschen verwendet werden.

Ganaschen: der Teil des Pferdekopfes, der in den Hals übergeht. Die Ganaschen liegen hinter den ,Wangen' des Perdes und beherbergen die Ohrspeicheldrüse. Diese Drüse kann in ihrer Funktion beeinträchtigt werden, wenn die Muskulatur in deren Umgebung besonders ausgeprägt ist und die Ganaschen einengt.

Gangpferde: Pferderassen, die neben den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auch noch seltenere Gangarten wie Pass, Tölt, Foxtrott, Rack, Slow Gait, Marcha, etc.  beherrschen. Beispiele für Gangpferderassen sind: Isländer, Arravanis, Paso Peruano, Mangalarga Marchador, American Saddlebred, Tennessee Walking Horse, Missouri Foxtrotter, Aegidienberger, u.a...

Gebiss: Das Mundstück des Zaumzeuges, das meist aus Metall oder aus Kunststoff besteht. Es sind Stangen, die entweder durchgehend oder ein- bis zweimal gebrochen sind und links und rechts mit zwei Ringen an der Trense und an den Zügeln befestigt werden. Durch behutsamen bis starken Zug an den Zügeln kann der Reiter über das Gebiss einen leicht unbehaglichen bis sehr schmerzhaften Druck bzw. Zug auf Unterkiefer, Zunge und Mundwinkel des Pferdes ausüben. Bei zu groben Zügelhilfen kann das Pferd nicht nur hart im Maul werden, also unsensibel den Zügelhilfen gegenüber, sondern es kann schlimme Verletzungen davontragen. Daher sollten Zügelhilfen generell nur dann gegeben werden, wo keine Gewichts-, Schenkel- oder Stimmhilfen möglich sind. Auf keinen Fall sollte man das sogenannte Riegeln - Hin- und Herziehen des Gebisses im Pferdemaul - als Strafe einsetzen und auch von dünnen und deshalb scharfen Gebissen ist abzuraten!
Mit Gebiss können aber auch die Zähne des Pferdes gemeint sein.

Gelände: Wenn man einen Ausritt oder Wanderritt macht, spricht man auch davon, ins Gelände zu gehen. Dabei handelt es sich um die Landschaft, in der man reitet - meist ist es diejenige, die den Reitstall umgibt. Auch Jagden, Vielseitigkeits- und Distanzritte finden im Gelände statt und nicht auf einem abgesteckten, präparierten Platz oder in einer Halle.

Geläuf: Strecke oder Bahn, die für Pferderennen genutzt wird. Im Springsport wird auch der Hindernisparcours als Geläuf bezeichnet.

Geraderichten: Das Gleichgewicht des Pferdes soll auf beiden Händen geschult werden, sodass eine vorzeitige Abnutzung einer Hand durch natürliche Schiefe in der Längsachse des Pferdekörpers verhindert wird und das Pferd außerdem nach beiden Seiten gleichermaßen biegsam wird.  Man erkennt, dass ein Pferd geradegerichtet ist, wenn es jederzeit genau auf dem Hufschlag geht und auch während des Abbiegens mit den Hinterhufen in die Spuren der Vorderhufe tritt. Vorsicht! Geraderichten bedeutet nicht Geradeausreiten - eher im Gegenteil! Das Reiten von Kurven trainiert die Biegung und den Gleichgewichtssinn des Pferdes, während es bei häufigem Geradeausreiten eher steif wird.

Gesäuge: Das Euter einer Stute, die daran ein Fohlen mit Muttermilch ernährt.

Gewichtshilfen: Hilfen, die der Reiter seinem Pferd mittels Gewichtsverlagerung gibt. Das Pferd hält sein Gleichgewicht, indem es immer unter dem Schwerpunkt des Reiters bleibt. Somit kann der Reiter durch Verlagerung des Schwerpunktes das Pferd steuern.

Grundgangarten: Unter den Grundgangarten - oft abgekürzt mit GGA - versteht man die drei Gangarten, die fast jedes Pferd von Natur aus beherrscht, nämlich Schritt, Trab und Galopp. In jeder dieser Gangarten kann sich ein Pferd unter verschiedenem Kraftaufwand und in unterschiedlichem Tempo bewegen.

 

 

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