Backenbart : Manche Pferderassen haben an den Kinnbacken dichte und lange Behaarung, die Backenbart heißt. Die Haare am Kinn unterscheidet man davon, indem man sie Kinnbart nennt.
Bahnpeitsche oder auch Longierpeitsche: Peitsche, die als treibendes Hilfsmittel vom Boden aus eingesetzt wird.
Balance: Das wichtigste, was sowohl Reiter als auch Pferd beherrschen müssen, ist die Balance oder das Gleichgewicht. Wenn der Reiter schlechte Balance hat, tendiert er dazu, sich an den Zügeln festzuhalten. Wenn das Pferd schlecht ausbalanciert ist, legt es sich möglicherweise zu steil in eine Kurve und könnte mitsamt dem Reiter stürzen. Zudem verspannen sie sich leicht und ihr Rücken nimmt Schaden.
Ballen: Der hintere Teil jedes Hufes, der etwas weicher ist und über dem Hufknorpel liegt. Bei Verletzungen am Ballen, sogenannten Ballentritten, ist Vorsicht geboten, weil diese Stelle schwer saubergehalten werden kann. Ballentritte können entstehen können, wenn das Pferd mit seinem Hinterhuf gegen den Ballen des Vorderhufes tritt.
Bandagen: Bunte, mehrere Meter lange Binden aus Textilmaterial, die zwischen 5 und 9cm breit sind. Man legt ein sogenanntes Bandagier-Pad als Polster um das Pferdebein und umwickelt es dann mit den Bandagen. Sie dienen nicht nur als Schmuck, sondern vor allem dazu, das empfindliche Pferdebein bei Transporten oder auf Turnieren zu schützen. Bandagen anzulegen ist nicht so einfach wie es aussieht, denn sie dürfen weder zu fest, noch zu locker sitzen.
Bande: Die Holzumrandung der Reitbahn in der Reithalle. Damit der Fuß des Reiters nicht eingequetscht wird, steht die Bande leicht schräg und wird nach oben hin weiter.
Bandmaß: Eine weitere Möglichkeit, die Größe eines Pferdes zu messen. Das Maßband wird am Widerrist angelegt und man misst über die Schulter bis zum Boden. Da bei dieser Methode die verschiedene Ausprägung der Schultermuskulatur miteinfließt, ist sie ungenauer als das gebräuchliche Stockmaß.
Barockpferde:Pferderassen, die im Europa der Barock- und Rokokozeit (17. und 18. Jahrhundert) beim Adel besonders beliebt waren. Zu dieser Zeit legte man besonderen Wert auf edle, anmutige Gänge und prachtvolles Aussehen. Dazu gehören die Friesen, Lippizaner, Andalusier, Lusitano und Frederiksborger.
Barrel Race: Tonnen-Rennen beim Westernreiten; Tonnen müssen auf Zeit in einem bestimmten Parcours umrundet werden.
Barren: Eine nicht sehr pferdefreundliche Methode, die manche im Training von Springpferden einsetzen: Wenn das Pferd zum Sprung ansetzt, wird eine Stange mit einem Ruck angehoben und das Pferd schlägt sich schmerzhaft die Beine an. Damit will man das Pferd dazu bringen, aus Angst beim nächsten Sprung die Beine stärker anzuziehen.
Basuto-Pony: Braune, Füchse und Schimmel zwischen 140 und 150cm, die als von den holländischen Siedlern in Südafrika als Arbeitspferde gezüchtet wurden.
Bayerisches Warmblut: Diese Rasse entstand, indem man wuchtige Rottaler-Stuten mit zierlichen und edlen Pferden aus England und Frankreich kreuzte. Das Ergebnis waren leichtere, aber robuste Warmblutpferde im Typ des Deutschen Reitpferdes. Heutzutage werden hauptsächlich Hannoveraner und Oldenburger eingekreuzt. Viele von ihnen werden im Bayerischen Landgestüt Schwaiganger gezüchtet.
Behang:Damit bezeichnet man die längeren Haare, die manche Pferderassen insbesondere an den Fesseln und am Kinn haben.
Behindertenreitsport: Für Menschen mit Behinderungen sind mittlerweile schon zahlreiche Hilfsmittel entwickelt worden, damit auch sie reiten lernen können. So gibt es Spezialzügel, -sättel, -steigbügel, -reithandschuhe und vieles mehr, womit die Behinderten Reiter ihre jeweiligen Mängel ausgleichen können. Es gibt sogar eine eigene Wettkampfklasse mit entsprechenden Regeln in der Leistungsprüfungsordnung für Reiter mit Handicap.
Beißen: das ist eine eindeutige Angriffshandlung von Pferden, wobei sie ihrem Opfer mit den Schneidezähnen schlimme Verletzungen zufügen können. Eine weniger gefährliche, aber genauso unfreundliche und sehr schmerzhafte Variante ist das Zwicken, wobei nur eine kleine Hautpartie kurz zwischen den Zähnen eingeklemmt wird. Dabei entstehen keine offenen Wunden.
Beizäumen:ein Pferd, das gut geritten wird, biegt seinen Hals von selbst und strebt die Anlehnung an den Zügel an, was man beizäumen nennt. außerdem ist es in diesem Stadium durchlässig , es reagiert also besonders gut und sensibel auf kleinste Hilfen des Reiters.
Beknabbern: Auf diese Art erforschen Pferde und vor allem Fohlen die Gegenstände in ihrer Umgebung. Oft müssen Boxentüren oder Weidezäune zum Beknabbern herhalten. Geknabbert wird aber auch in der Fellpflege, wie sie Pferde untereinander betreiben.
Belgisches Kaltblut oder Brabanter: Besonders schwere Kaltblutrasse, die ursprünglich aus der belgischen Provinz Brabant stammt. Seine äußerlichen Merkmale sind eine Größe von 160 bis 175cm, ein gedrungener, fast zylindrischer Körper mit gespaltener Kruppe, kräftige, relativ lange Beine mit Behang und ein verhältnismäßig kleiner Kopf. Sie bringen bis zu 1200kg auf die Waage und kommen am häufigsten als Rot- oder Braunschimmel vor.
Berber: Pferderasse, die von der früheren Berberküste stammt. Heutzutage ist das die Küste Nordafrikas. Der Berber ist ein leichtes Pferd von etwa 150cm mit kurzem Rücken und edlem Kopf. Sie haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang, sind ausdauernd und robust. Die meisten Berber sind Schimmel, aber auch Braune und Füchse sind nicht selten. Heutzutage werden häufig Araber in die Berberpferde eingekreuzt. Diese Pferde nennt man Araber-Berber.
Bereiter: Ein besonders guter Reiter, der Pferde anderer Leute schult und gezielt gymnastiziert. Früher war dies auch die Bezeichnung für ausgebildete Pferdewirte mit Schwerpunkt Reiten.
Berittene Polizei: Polizeibeamten und -beamtinnen, die hoch zu Ross auf Steife gehen. Polizeipferde durchlaufen eine besondere Ausbildung, damit sie Tumulten, Lärm, Feuer und unerwarteten Geräuschen aller Art gelassen gegenübertreten. In unwegigem Gelände oder engen Gassen können sich Pferde oft schneller fortbewegen als Streifenwagen. Genau solche Gegenden sind auch die Einsatzgebiete der berittenen Polizisten.
Besamungsstation: Eine Einrichtung, wo Hengste oder auch Stiere mittels Sexuallockstoffen dazu gebracht werden, sich mit dem künstlichen Modell eines weiblichen Tieres zu paaren. Der Samen wird dann aufgefangen und kann durch künstliche Besamung einer Stute oder Kuh eingesetzt werden, die daraufhin hoffentlich trächtig wird.
Beschäler: Das ist ein anderes Wort für Deckhengst. Ein Hauptbeschäler ist demnach ein besonders wertvoller und häufig eingesetzter Zuchthengst, der unter den anderen Hengsten auf einem Gestüt herausragt.
Biegung: Ein Pferd, dessen Körper beim Reiten von Kurven nicht steif ist, sondern sich entsprechend der Kurve leicht rundet, biegt sich. Damit es zu einer Biegung fähig ist, muss das Pferd gut gymnastiziert sein. Besonders beim Reiten auf dem Zirkel oder von Volten ist eine geschmeidige Biegung wünschenswert.
Biestmilch: Die allererste Milch, die eine Mutterstute bis etwa 48 Stunden nach der Geburt gibt. Sie ist gelblich und zähflüssig und enthält viele Abwehrstoffe gegen verschiedene Krankheiten, die sich mit der Biestmilch auf das Fohlen übertragen. Daher ist die Aufnahme der Biestmilch überlebenswichtig für ein kleines Fohlen und sollte die Mutterstute bei der Geburt sterben, hat auch das Fohlen keine guten Überlebenschancen, wenn nicht sofort eine Ammenstute gefunden wird, die möglichst noch Biestmilch produziert.
Bodenarbeit: Arbeit mit dem Pferd nicht vom Sattel aus, sondern an der Hand.